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Großer Nordischer Krieg

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"Vorstellung der Alliirten und Dänischen Armeen bey Oldeslo". Historischer Stich aus dem Jahr 1740.

Im Jahr 1700 ist es mit dem Frieden in Nordeuropa mal wieder vorbei: Eine Dreierallianz aus Russland, Sachsen-Polen und Dänemark-Norwegen nutzt die vermeintliche Schwäche des noch jungen Schwedenkönigs Karl XII. und greift diesen in seiner baltischen Provinz Livland an. Der „Große Nordische Krieg“ hat begonnen. Er wird erst 21 Jahre später beigelegt werden.

Auch Oldesloe wird in den Konflikt hineingezogen, da das Herrscherhaus Schleswig-Holstein-Gottorf auf Seiten der Schweden kämpft. Bereits im ersten Kriegsjahr rückt ein schwedisches Heer unter General Nils Gyllenstierna von Wismar auf Holstein vor. Gyllenstierna setzt mit 10.000 Mann über die Elbe, schlägt die dänischen Truppen bei Reinbek und bezieht ab Anfang Juli rund um Oldesloe Stellung. Das dänische Heer lagert derweil in Segeberg.

Auch wenn es nicht zur großen Schlacht kommt: Die Oldesloer Bevölkerung leidet schwer unter den Einquartierungen, Requisitionen und Zerstörungen, die der Krieg mit sich bringt. So verwüsten die mit den Schweden verbündeten Truppen des Herzogs Georg Wilhelm zu Braunschweig-Lüneburg nebenbei die Saline, um missliebige Konkurrenz auszuschalten.

Zum großen Glück der Oldesloer zieht Karl XII. von Schweden bald darauf gemeinsam mit einer englisch-niederländischen Flotte auf Kopenhagen und belagert die feindliche Hauptstadt. König Friedrich IV. von Dänemark sieht sich gezwungen, am 18. August 1700 auf Schloss Traventhal einen Separatfrieden zu unterzeichnen.

Doch ein gutes Jahrzehnt später kehrt der Krieg erneut nach Oldesloe zurück: Im Herbst 1712 sammeln sich hier Truppen des mittlerweile wieder kriegsbeteiligten Dänemark zum Einmarsch nach Mecklenburg. Im Dezember erliegen sie dem schwedischen Oberbefehlshaber Magnus Gustafsson Stenbock bei Gadebusch. Nun sind es wieder die Schweden, die auf ihrem Weg nach Altona durch Oldesloe ziehen und die Stadt brandschatzen. Nur dank der Zahlung von insgesamt 2372 Reichstalern entgeht die Stadt der Einäscherung und kann die restlichen Kriegsjahre vergleichsweise ruhig überstehen. Text: Matthias Adrion