Befestigung der Stadt Oldesloe
Glaubt man dem Zeitzeugen Johann Dietz (1665 – 1738), seines Zeichens Wundarzt eines dänischen Regiments in Itzehoe, sollte Oldesloe spätestens 1688 zur Festung ausgebaut werden. Ein Schwerpunkt der Arbeiten lag offenbar im Gebiet des heutigen Hohenkamp nördlich der Grabauer Straße. Aber auch auf der entgegengesetzten Seite der Stadt wurde mit dem Anlegen von Bastionen begonnen. Noch heute erinnert mit dem Schanzenbarg womöglich ein ganzes Wohnviertel an das Vorhaben.
Vollendet wurde der Festungsbau indes nie: „Unser Bataillon musste heraus und nach Oldesloe“, erinnert sich Dietz in seinen Memoiren. „Weil es aber Berge um sich hat, so ihm schädlich, mussten wohl sechstausend Mann daran arbeiten, die Berge abzukarren und eine Festung daraus zu machen. Das wollten Hamburg, Lübeck und andere, auch Lüneburg, Hannover nicht leiden. Weil die Sache in Güte durch Kommissarien nicht gehoben werden konnte, rückten zwölftausend Schweden und Lüneburgische gegen uns ins Feld. Da gab sich der König von Dänemark in solchem Ernst und musste ganz Holstein dem Fürsten restituieren und den Festungsbau wieder nachlassen.“
Ganz sicher ist die Quellenlage um die Oldesloer Schanzen ohnehin nicht. So zeigt der bekannte Stadtplan des Kartographen Johannes Mejer die Stadt bereits 1641 vollständig von Wallanlagen umgeben. Auf einer Karte des Jahres 1700 ist von diesen nichts mehr zu sehen. Im Jahr 1774 verzeichnet W. C. Praetorius, Premier-Lieutenant der Kavallerie in Itzehoe, dagegen wieder deutlich erkennbare Bastionen rund um die Altstadtinsel. ma
Verknüpfter Ort: Schanzenbarg